Bildung für nachhaltige Entwicklung: Die EBS - eine Schule der Zukunft

1. Vorwort

Bereits seit Existenz der Initiative Zukunftsschule SH im Jahr 2007 werden wir wiederholt mit diesem Siegel ausgezeichnet. Das zeigt, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an unserer Schule groß geschrieben wird, denn es bedeutet für uns, dass wir unsere Schüler und Schülerinnen dazu befähigen, nachhaltig und verantwortungsvoll zu handeln. Unter BNE versteht man eine Bildung, die Menschen ein zukunftsfähiges Handeln und Denken ermöglicht. Außerdem befähigt es jeden Einzelnen, die Auswirkungen des individuellen Handelns auf die Welt nachzuvollziehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Durch unser Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit können wir für unsere Schüler und Schülerinnen Weg des nachhaltigen Handelns aufzeigen. Auch unsere Schüler und Schülerinnen sind an unseren Konzepten beteiligt und setzen sich damit auseinander. Wir handeln zukunftsorientiert für uns und die Umwelt.

 

 

2. Leitbild

Die drei Säulen Soziales, Ökologie und Ökonomie sowie die Verankerung von BNE-Themen im Fachunterricht als Basis des Konzeptes sind für eine zukunftsorientierte Handlungsweise absolut unerlässlich. Sie bilden die obligatorischen Richtlinien des Konzepts zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Inhalte der Säulen werden hingegen bei ständiger Evaluation ggf. ausgetauscht oder erweitert.

Unsere Schüler und Schülerinnen werden schulintern im Fachunterricht entsprechend den Vorgaben aus den schulinternen Fachcurricula über die Nachhaltigkeit informiert. Bereits in der Orientierungsstufe werden Schüler und Schülerinnen beispielsweise im Fach Geographie mit Konzepten nachhaltiger Landwirtschaft konfrontiert. So sieht hier das schulinterne Fachcurriculum eine mögliche Arbeit zum Thema nachhaltiger Tourismus bereits in Klasse 5 vor. Spiralcurricular wird BNE in den folgenden Klassenstufen zunehmend vertieft. Diese Vertiefung gipfelt im Semesterthema „Lebensstile und ihre Raumwirksamkeit im 21. Jahrhundert: Gegenwart und Zukunft auf der Erde nachhaltig gestalten lernen“, welches im zweiten Halbjahr des Q2-Jahrgangs behandelt wird. Auch die schulinternen Fachcurricula anderer Fächer, wie Biologie und Chemie weisen BNE-Themen auf. Fächerübergreifend wird später an alltagsrelevanten Themen wie z.B. der Herstellung und Entsorgung von Plastik gearbeitet.

Darüber hinaus finden sich an der EBS zahlreiche außerunterrichtliche Arbeitsschwerpunkte, die es unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen sollen, sich mit nachhaltigem Handeln vertraut zu machen.

 

Der Bereich Soziales ist für unsere Schule sehr wichtig. Aus diesem Grund haben wir ein Sozialcurriculum fest verankert. Dieses enthält für jeden Jahrgang Aktivitäten wie „Weihnachten im Schuhkarton“, den „Sozialen Tag“, selbst organisierte Sozialstunden oder die Beschäftigung mit alten Menschen im Seniorenheim. Darüber hinaus können sich Schüler zu Konfliktlotsen ausbilden lassen und das Motto „Große für Kleine“ zeigt sich in der Klassenpatenschaft unserer Neuntklässler für die fünften Klassen.

Dies ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit für unsere Schüler und Schülerinnen, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Dies tut die EBS auch bei unserem Frühlingsfest, welches alle zwei Jahre an unserer Schule stattfindet und bei dem sich alle Klassen für einen guten Zweck und für die Schule engagieren. Des Weiteren stärkt es das Miteinander.

Um unsere Schüler und Schülerinnen an der EBS optimal zu unterstützen, haben wir unser Förderprogramm „Schiff“ (Schulinternes Fordern und Fördern) entwickelt. Wir helfen unseren Schülern und Schülerinnen bei ihrer weiteren Entwicklung in einer demokratischen und offenen Gesellschaft, indem wir beispielsweise Projektwochen zum Thema „Prävention“ und „Jugend debattiert“ durchführen.

 

Auch die Ökologie hat für uns hohe Priorität. Wir versuchen die Umwelt zu schonen und zu verbessern, aber auch unseren Schülern und Schülerinnen das Thema Nachhaltigkeit im Alltag näher zu bringen. Daher sind an der Elsa-Brändström-Schule entsprechende AGs verankert. Das Team Orange hat Projekte wie die Mülltrennung an unserer Schule, eine dauerhafte Pfandflaschensammlung, eine Sammelaktion für Kleinelektronik oder die Starter-Sets für die Fünftklässler und Fünftklässlerinnen aus Recyclingprodukten angestoßen.

Im Sommer 2015 hat die Elsa-Brändström-Schule das Grüne Klassenzimmer eingeweiht. In diesem können unsere Schüler und Schülerinnen draußen lernen. Zusätzlich findet jährlich eine Pflanzaktion mit dem Naturbund (NaBu) statt, bei welcher der neunte Jahrgang rund 100 Jungpflanzen in die Erde setzt. Auch beteiligt sich die EBS an dem Stadtradeln in Elmshorn. Die Schule beteiligt sich darüber hinaus an der Aktion „Elmshorn macht Putz“.

Mit diesen vielfältigen Bemühungen tragen wir dazu bei, dass unsere Schülerinnen und Schüler für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen sensibilisiert werden und schützen außerdem die Umwelt.

 

Den Bereich der Ökonomie versuchen wir ebenfalls in einem nachhaltigen Sinne zu stärken. Durch Kooperationen mit regionalen Unternehmen wie GAB oder Steinbeis gewährleisten wir zum Einen eine Berufs- und Studienorientierung, jedoch zum anderen die Veranschaulichung eines funktionierenden Wirtschaftsgefüges. Des Weiteren bietet unsere Schule zwei Projektwochen zur Berufs- und Studienorientierung für die jungen Schüler und Schülerinnen an, damit diese einen Einblick über die zukünftige Berufswelt erlangen. Für diese Bemühungen wurde die EBS vom Ministerium mit dem Berufswahlsiegel SH als Schule mit vorbildlicher Berufs- und Studienorientierung ausgezeichnet. Auch mit unserem Angebot für das „social entrepreneurship“ können Schüler und Schülerinnen in einem nachhaltigen Unternehmensgefüge soziale und ökonomische Probleme gemeinsam lösen.

Mit diesen Aktivitäten bereiten wir unsere Schülerinnen und Schüler langfristig auf ihr Berufsleben im Sinne von BNE vor und ermöglichen ihnen multiperspektivische Einblicke in die nachhaltige Gestaltung von Wirtschafts

 

3. Beispiele für die Umsetzung im Schulalltag

Bei den einzelnen Inhalten des Nachhaltigkeitskonzeptes handelt es sich nicht um Einzelaktionen, die einmalig durchgeführt werden. Vielmehr sind es Teile unseres Schulalltags an der EBS, die sich durch das Schulleben unserer Schülerinnen und Schüler hindurchziehen. Diese Kontinuität soll anhand von Beispielen für jede Säule des Konzepts veranschaulicht werden.

 

Team Orange (Ökologie)

Täglich werden an deutschen Schulen schier endlose Mengen Müll produziert. Während zu Hause bereits viele Deutsche ihren Müll trennen, ist dies an Schulen nicht der Regelfall. Recycling wird im Zusammenhang mit zunehmender Abfallproduktion und knapper werdenden Ressourcen zu einer immer wichtigeren Maßnahme für eine nachhaltige Entwicklung. Das Team Orange geht aus einer Schülerinitiative hervor, die nach einer Projektwoche zum Thema „Plastikmüll in den Meeren“ entstanden ist. Ziel der wöchentlich stattfindenden AG ist, dass alle Schülerinnen und Schüler im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Folgen ihres Verhaltens im Alltag sensibilisiert werden und selbst Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Das Team Orange hat bereits verschiedene Projekte angestoßen. Neben der Mülltrennung in den Klassenräumen werden Pfandflaschen für eine Umgestaltung des Schulhofes gesammelt. Auch Deckel sammeln wir an der EBS als Beitrag zur Aktion „500 gegen Polio“ von Rotary. Bislang einmalig fand darüber hinaus auch eine Aktion statt, bei der alte Handys, Tablets, Druckerpatronen und ähnliches zur Wiederverwendung gesammelt wurden. Auch haben wir seit dem Schuljahr 2016/17 Starter-Sets in Kooperation mit regionalen Unternehmen und unserem Förderverein für unsere neuen Fünftklässler bereitgestellt, welche ausschließlich aus recycelten Schulmaterialien bestehen und außerdem Informationen über unser Recyclingkonzept enthalten. So sollen auch unsere Jüngsten für das Thema sensibilisiert werden. Diese Maßnahmen wurden auch bereits auf dem Landesfachtag für Geographie im Jahr 2017 präsentiert, sodass wir anderen Schulen Möglichkeiten aufzeigen wollen, BNE auch bei sich fester zu verankern.

 

The Duke of Edinburgh´s International Award (Soziales)

Die Elsa-Brändström-Schule ist seit Beginn des Schuljahres 2005/06 registrierter Anbieter für den Duke of Edinburgh´s International Award (ehemals Internationales Jugendprogramm). Das Programm bietet vielfältige Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, sich zu engagieren und sich und andere zu motivieren. Es ist ein auf individueller Herausforderung gründendes Freizeitprogramm für junge Leute zwischen 14 und 25 Jahren, das weit über das unterrichtliche Angebot hinausgeht (www.jugendprogramm.de). Das Programm hat sich inzwischen in über 130 Ländern weltweit etabliert.

Durch die vier obligatorischen Bausteine (Dienst, Expedition, Talent und Fitness) bietet es den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten für Selbstverwirklichung, Abenteuer, sozialen Einsatz und die Entdeckung und Ausweitung von persönlichen Hobbies und Interessen. Somit leistet es einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung und Bildung der Teilnehmer zu verantwortungsvollen und selbstbewussten Menschen, die unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten können.

Neben örtlichen Partnern wie Vereinen, Jugendbildungsstätten oder Kindergärten kooperieren wir mit allen weiterführenden Schulen Elmshorns und arbeiten in enger Vernetzung, um den Teilnehmern ein größtmögliches Angebot und umfassende Unterstützung zu ermöglichen. Auf regionalen und überregionalen Konferenzen und Kooperationstreffen tauschen sich die betreuenden Lehrkräfte und Schülerhelfer zum Beispiel über gemeinsame Angebote (Erste-Hilfe-Kurse, Expeditionsvorbereitungskurse) aus.

Durch die Zusammenarbeit der Schulen haben die EBS-Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Kontakte zu Jugendlichen außerhalb ihrer eigenen Peer-Groups zu knüpfen und auch in schulartübergreifenden Gruppen, Erfahrungen in weitgehend selbständig geplanten und durchgeführten mehrtägigen Expeditionen zu sammeln.

Die Teilnahme an dem Programm ist freiwillig und wird an unserer Schule ab der achten Klassenstufe angeboten und aktiv gelebt. Das Programm erfreut sich konstanter Beliebtheit und stellt eine feste Größe in unserem Schulleben dar. Momentan nehmen ca. 40 Schülerinnen und Schüler der EBS aktiv auf unterschiedlichen Stufen am Programm teil.

Ein besonderer Aspekt liegt in der Einbindung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bei der Fort- und Weiterbildung im Programm. Ältere, erfahrene Teilnehmerinnen und Teilnehmer schulen jüngere zum Beispiel in der Vorbereitung von Expeditionen, aber auch als Betreuer bei der Durchführung der Expeditionen. Partizipation und Übernahme von Verantwortung werden so zusätzlich gefördert und gefordert.

 

Projektwochen zur Berufs- und Studienorientierung (Ökonomie)

„Berufsorientierung bedeutet Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung der Selbstkompetenz einerseits und folgt damit pädagogischen Zielen. Berufsorientierung bedeutet andererseits Berufswahlfähigkeit/Beschäftigungsfähigkeit und folgt damit Anforderungen der Arbeitswelt.“1

Um unsere Schüler/innen bestmöglich in dem langjährigen und komplexen Prozess zum Treffen einer (ersten) Berufs- oder Studienwahl zu unterstützen, gibt es an der EBS ein umfangreiches Konzept zur Berufs- und Studienorientierung, für das die Schule 2016 mit dem Berufswahlsiegel SH ausgezeichnet wurde. Zentraler Bestandteil dieses Konzepts sind zwei Vorhabenwochen, im Rahmen derer die Schüler/innen in Zusammenarbeit mit zahlreichen außerschulischen Partnern ausgehend von sich selbst (Stärken- und Schwächenanalyse, Lerntypenanalyse) den gesamten Bewerbungsprozess durchlaufen (Bewerbungstraining für schriftliche Bewerbungen und Vorstellungsgespräche, Simulation eines Einstellungstests, Assessmentcentersimulation), außerschulische Lernorte kennenlernen (Besuch des BIZ und von Berufsmessen, Betriebsbesichtigungen bei ortsansässigen Unternehmen und Bewerbungstraining außer Haus) sowie die ganze Palette von Möglichkeiten nach der schulischen Laufbahn vorgestellt bekommen (Studium an einer Universität/Universität Rostock oder einer Fachhochschule/Nordakademie, duale Berufsausbildung/IHK Elmshorn, FSJ oder BSD/PARITÄTISCHER SH, ...) So kommen die Schüler/innen auch außerhalb des Fachunterrichts, bei dem das Fach Wirtschaft/Politik eine zentrale Rolle einnimmt, Kontakt zu Akteuren der Wirtschaft. Dieser Lebensweltbezug hilft ihnen, sich ihrer Rolle als Wirtschaftssubjekte bewusst zu werden und eine reflektierte Berufs- und Studienwahlentscheidung treffen zu können.


4. Zukunftsperspektiven

Auch in der Zukunft ist es geplant, die einzelnen Teilaspekte des Konzepts weiterzuführen, zu evaluieren und entsprechend zu verbessern. So sollen beispielsweise Probleme, die bei der Umsetzung des Konzeptes der Mülltrennung aufgetreten sind, überarbeitet werden. Darüber hinaus sollen weitere Arbeitsschwerpunkte ergänzt werden. Das Team Orange möchte zukünftig das Thema der Müllvermeidung stärker in den Fokus nehmen.